Dosage im Champagner

Kurze Antwort: Dosage ist der Zuckergehalt, der nach dem Entkorken (dégorgement) dem Champagner zugesetzt wird. Er bestimmt, wie trocken oder süß die Flasche schmeckt: von Brut Nature (0 bis 3 Gramm Zucker pro Liter) und Extra Brut über das beliebte Brut bis zum süßen Doux (50+ Gramm). Entdecke unsere Champagner nach Stil.

<Zucker in Champagner

▲ Wie viel Zucker steckt im Champagner?

Dosage

Dosage bedeutet wörtlich Dosierung und beschreibt den Zuckergehalt des Champagners. Wenn die Flasche ihren endgültigen Korken erhält (dégorgement), geht während des Verkorkens ein wenig Champagner verloren. Dieser wird mit einem sogenannten Dosagelikör (liqueur d’expédition) aufgefüllt, der aus Reservewein mit einer kleinen Menge Zucker besteht. Wie viel Zucker genau zugesetzt wird, hängt vom Champagnerproduzenten und seiner geschmacklichen Vision ab.

Der Dosagelikör kann nämlich Einfluss auf die Entwicklung der Geschmäcker und Aromen des Champagners nehmen. Möchte der Produzent einen Champagner kreieren, der so nah wie möglich am „Original“ bleibt? Dann fügt er einen möglichst natürlichen Likör hinzu. Dies wird zum Beispiel angewandt, wenn die Trauben von außergewöhnlicher Qualität sind, oder wenn er eine bestimmte Rebsorte, einen bestimmten Weinberg oder einen bestimmten Jahrgang in seinem Champagner darstellen möchte. Andere Produzenten nutzen den Likör gerade, um einen bestimmten Stil zum Ausdruck zu bringen. So bewahren manche eine schöne Sammlung an Likören auf, hergestellt aus besonderen Reserveweinen, die jeweils ein spezifisches Aromenspektrum enthalten.

Einige Monate bevor das Dégorgement stattfindet, werden die Liköre mehrmals gründlich verkostet und schließlich wird bestimmt, welcher Likör den gewünschten Stil zum Ausdruck bringen kann. Es gibt verschiedene Kategorien, die angeben, wie viel Zucker in der Flasche Champagner enthalten ist. Dies muss immer auf dem Etikett angegeben werden. Die Dosage wird in Gramm Zucker pro Liter ausgedrückt (also nicht pro Flasche!).

Kategorien

Doux

50 Gramm pro Liter
Für den durchschnittlichen Champagnertrinker schmeckt diese Art Champagner brechsüß. Aber wusstest du, dass vor langer Zeit eine Mindestzugabe von 50 Gramm Zucker pro Liter ganz normal war? Diese enorme Zuckermenge wurde nicht so sehr zugesetzt, weil man sie so lecker fand, sondern um unangenehme Geschmäcker und Aromen zu überdecken. Natürlich haben sich die Techniken zur Champagnerherstellung im Laufe der Zeit enorm verbessert, und auch unser Geschmack hat sich verändert. Heutzutage sind kaum noch Champagner mit dieser Dosage erhältlich. Die wenigen, die es gibt, werden oft mit verschiedenen Garnierungen und Eis getrunken und tendieren eher zu einem Cocktail als zu einem Glas Champagner.
Beispiel: Champagne Veuve Clicquot Rich

Demi-sec

32-50 Gramm pro Liter
Der Demi-sec-Champagner ist zurück; der Konsum steigt. Diese Champagner schmecken im Allgemeinen eher süß als trocken und werden zum Beispiel zum Dessert getrunken. Auch diese Varianten lassen sich mit Eis und Garnierungen genießen.
Beispiel: Champagne Moët & Chandon Ice Impérial

Sec

17-32 Gramm pro Liter
„Trocken“ ist die wörtliche Übersetzung des Wortes sec. Diese Champagner liegen im Allgemeinen zwischen trocken und süß.
Beispiel: Champagne Taittinger Nocturne Sec

Extra sec oder extra dry

12-17 Gramm pro Liter
Extra sec oder extra dry bedeutet nicht, dass diese Champagner besonders trocken sind, sondern gerade extra trocken im Vergleich zum gewöhnlichen sec.
Beispiel: Champagne Pommery Falltime Extra Dry

Brut

< 12 Gramm pro Liter
Etwa 80 % der Champagner fallen in die Kategorie Brut und sind die meistgetrunkene Champagnerart. Der Likör wird im Allgemeinen verwendet, um eine schön ausgewogene Assemblage zu schaffen. Oft haben jahrgangslose Brut-Champagner eine höhere Dosage als etwa ein Jahrgangs-Brut. Warum? Ein jahrgangsloser Champagner ist in der Regel jünger als ein Jahrgangschampagner und „braucht“ mehr Zucker, um die frischen und leicht säuerlichen Aromen etwas runder zu machen. Ein Champagner, der länger in den Kellern reift, hat mehr Zeit, diese frischen und mineralischen Aromen zu runderen Aromen zu entwickeln. Deshalb haben diese Varianten oft eine niedrigere Dosage.
Beispiel: Champagne Boutrop Brut Tradition

Extra brut

< 6 Gramm pro Liter
Ein Champagner, der in den letzten Jahren vermehrt produziert und getrunken wird. Eine Entwicklung, die mit einer Veränderung von Lebensstil und Geschmack einhergeht. Obwohl man erwarten würde, dass diese Champagner saurer und frischer schmecken, ist das keineswegs immer der Fall!
Beispiel: Champagne La Villesenière Les Cuteries

Brut Nature, Brut Zero, Zero Dosage

< 3 Gramm pro Liter
Oft sind dies Champagner mit einer präsenten Mineralität. Sie kommen dem „natürlichen“ Champagner am nächsten und repräsentieren die spezifischen Rebsorten, den Jahrgang oder den Weinberg am besten. Achtung: Die Dosage kann 0 betragen, doch meist ist noch etwas Restzucker im Champagner enthalten.
Beispiel: Champagne William Saintot Meunier de mes Grands-Pères

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