Die 7 Rebsorten der Champagne

Die 7 Trauben der Champagne

▲ Wusstest du, dass in der Champagne mehr als drei Rebsorten zugelassen sind?

Die drei Rebsorten der Champagne, wer kennt sie nicht? Viele Champagner bestehen aus einer Mischung dieser Sorten. Es sind Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier. Sie bedecken nahezu die gesamten 34.000 Hektar Weinberge der Champagne.

Chardonnay, 31%

Eine weltweit sehr bekannte Rebsorte und der absolute König der Côte des Blancs, wo vor allem reiche Kalkböden zu finden sind. Es ist eine weiße Traube, die Champagnern Struktur und Frische verleiht, mit Aromen von zum Beispiel Blüten und Zitrusfrüchten. Diese Rebsorte eignet sich hervorragend zum Reifen. Ein Champagner aus 100% Chardonnay wird auch als Blanc de Blancs bezeichnet.

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Pinot Noir, 38%

Der Pinot Noir ist, wie der Name schon verrät, eine Traube mit dunkler Schale. Ein kühles Klima und ein kalkreicher Boden sind ideal für diese Rebsorte. Sie ist vor allem in der Montagne de Reims und der Côte des Bar angepflanzt. Der Pinot Noir verleiht einem Champagner mehr Körper und Struktur, und die typischen Aromen sind die von roten und schwarzen Früchten. Ein Champagner mit viel Pinot Noir eignet sich zum Reifen und kann nach der Reifung komplexe animalische Aromen zeigen.

Pinot Meunier, 31%

Auch der Pinot Meunier ist eine Traube mit dunkler Schale und ist vor allem in der Vallée de la Marne angepflanzt, wo lehmige Böden vorkommen. Diese Rebsorte hält verschiedenen Witterungsbedingungen gut stand, insbesondere Frost. Sie treibt nämlich etwas später im Jahr aus, wodurch die Knospen länger geschützt bleiben. Der Pinot Meunier verleiht dem Champagner einen geschmeidigen, fruchtigen und runderen Geschmack. Beachte jedoch, dass diese Sorte in einem Champagner recht schnell ihren Höhepunkt erreicht, was einen Champagner mit viel Pinot Meunier weniger zum Reifen geeignet macht.

Einen Blanc de Noirs 100% Pinot Noir probieren?
Einen Blanc de Noirs 100% Pinot Meunier probieren?

Die 4 vergessenen Rebsorten

Petit MeslierArbanePinot BlancFromenteau

▲ Die vier vergessenen Trauben der Champagne.

Rund 99,7% der Weinberge sind mit Pinot Noir, Pinot Meunier oder Chardonnay bepflanzt. Wie steht es dann um die letzten 0,3%? Neben diesen drei bekannten Rebsorten sind in der Champagne noch vier weitere Sorten zugelassen. Alle vier haben eine weiße Schale. Es ist also gut zu wissen, dass ein Blanc de Blancs Champagner nicht zwangsläufig nur aus Chardonnay besteht. Obwohl dies fast immer der Fall ist.

Die vergessenen Rebsorten sind zwar fast ausgestorben, aber sie sind zugelassen und einige wenige experimentieren damit.

Arbane

Arbane ist vor allem in der Bar-sur-Aube angepflanzt und hat kleine Beeren und Trauben. Sie ergibt einen lebendigen, würzigen Wein mit komplexen Aromen und viel Säure. Diese Rebsorte reift spät, was in der kühlen Champagne zu unreifen Trauben zur Lese führen kann. Man sagt sogar, dass diese Sorte nur alle drei Jahre wirklich reif wird. Von allen in der Champagne zugelassenen Sorten bringt diese Traube den geringsten Ertrag (mit durchschnittlich 15-35hl/ha). Arbane ist zudem anfällig für Pilze (Mehltau). Alles in allem macht dies eine schwierige und unberechenbare Traube.

Petit Meslier

Wie Arbane ist der Petit Meslier eine Rebsorte mit kleinen Trauben und kleinen Beeren. Er steht vor allem in der Vallée de la Marne und verleiht einem Wein Säure, Lebendigkeit, Frische und feine, fruchtige Aromen. Die Sorte treibt früh aus, wodurch sie anfällig für Frost ist. Auch ist der Petit Meslier anfällig für Pilze, Coulure (unbefruchtete Blüten, sodass keine Beeren entstehen) und Millerandage (befruchtete Blüten mit zum Beispiel schwachem Pollen, sodass die Beere nicht richtig wächst). Der Ertrag ist zudem gering: 25-35 hl/ha, und es ist eine Traube, die sich schwer voll ausreifen lässt.

Pinot Blanc, auch Blanc Vrai genannt

Der Pinot Blanc, der unter anderem aus dem Elsass bekannt ist, steht vor allem in der Côte des Bar. Die Reben dieser Sorte müssen intensiver beschnitten werden, um die Größe der Beeren in Schach zu halten. Zudem ist der Pinot Blanc empfindlich gegenüber Botrytis. Er ist ein wenig mit dem Chardonnay vergleichbar. Beim Thema Mineralität ist der Pinot Blanc weniger entwickelt als der Chardonnay. Dafür bringt er feine, fruchtige Weine hervor.

Fromenteau, auch Pinot Gris genannt

Wie der Pinot Meunier verleiht der Fromenteau dem Wein mehr Frucht, Körper und einen vollen Geschmack. Die Sorte treibt aus und reift früh und ist darin oft die erste aller Sorten in der Champagne. Die Beeren und Trauben sind klein, anfällig für Pilze und enthalten viel Zucker.

Vielleicht in der Zukunft?

Die vier vergessenen Rebsorten erfordern mehr Aufmerksamkeit und Pflege. Jedes Jahr stellt sich die Frage, ob es sich lohnt, diese Sorten anzubauen. Sie sind nämlich anfällig für allerlei Krankheiten, werden regelmäßig nicht richtig reif und haben einen geringen Ertrag. Sich auf diese Sorten zu verlassen, ist ein Risiko.

Dennoch experimentieren immer mehr Erzeuger mit den vergessenen Rebsorten, insbesondere mit Arbane und Petit Meslier. Warum diese beiden? Wegen der Säure! In den letzten Jahren ist die Erderwärmung auch in der Champagne nicht unbemerkt geblieben, und die Wetterbedingungen werden immer unberechenbarer. Frost zerstört früh blühende Blüten, die Lese findet immer früher im Jahr statt, die Trauben reifen schneller, enthalten mehr Zucker und immer weniger Säure. Der Lesezeitpunkt lässt sich an den Zuckerwerten ausrichten, bei der Säure ist das aber deutlich schwieriger. Und genau darauf kommt es bei einem Champagner so sehr an, auf Säure und Frische. Gerade Arbane und Petit Meslier können ihre Säure bewahren, auch in warmen Perioden.

Champagnererzeuger müssen auf die sich ständig verändernden Bedingungen reagieren, indem sie neue Techniken, neue Methoden und neue (eigentlich alte) Rebsorten einsetzen. Vorerst sind nur 0,3% der Weinberge mit den vergessenen Sorten bepflanzt. Vielleicht ändert sich das in der Zukunft.

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